Schon wieder ist es soweit: Der Jahresrückblick steht an. (Kann ich glauben, daß ich das schon ein viertes Mal mache? – 2007, 2008 und 2009.)
Zugenommen oder abgenommen?
Ich befürchte, erstmalig wirklich zugenommen, was meinem Kleiderwahn nicht entgegenkommt. An dieser Stelle also direkt schon ein Vorsatz fürs kommende Jahr, auch wenn es ebenso zur Tradition gehört, welche zu machen wie sie nicht einzuhalten.
Haare länger oder kürzer?
Anfangs kurz wie im vergangenen Jahr, dann ist ein Friseurbesuch allerdings aus dem Fokus geraten seit September. Könnte sein, daß ich im kommenden Rückblick mit “länger” antworten werde.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Wie eh und je: Die Augen betreffend wieder kurzsichtiger – Vorsatz: Endlich zum Augenarzt gehen und Kontaktlinsen besorgen! Ansonsten macht sich hier eine viel zu viele Gedanken in Bezug auf das Morgen beziehungsweise eher noch das Übermorgen. Can’t help it. Das ist diese lästige Lebensplanungsangelegenheit.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Damit ging es bereits Anfang des Jahres gut los. Nach dem Geburtstag endlich eine anständige Kamera, die Canon EOS 450D, gekauft. Dazu das EF 75-300 III F4 -5,6 USM-Objektiv, so im Eifer des Gefechts, für das ich, wie sich herausstellte, so oft noch keine Verwendung fand, außer zum Beispiel im Sommer im Wörlitzer Park …

… und im Spätsommer in Italien:

Hinzu kam im August der Erwerb eines iPads, an dem ich einfach nicht vorbeikam (keine Sekunde bereut, by the way) und jetzt – einen Tag nach Weihnachten – der Kauf des Canon Speedlite 430EX II, denn das Blitzgerät fehlte mir zu oft in diesem Jahr.
Mehr bewegt oder weniger?
Die Absichten waren gut, daher bin ich tatsächlich im Sommer drei Monate lang zwei, drei Mal pro Woche ins Fitneßstudio gepilgert. Die Urlaubsunterbrechung im September, die Trägheit und viel Arbeit haben mich allerdings direkt wieder ausgebremst, seufz. Achtung, Vorsatz …
Der hirnrissigste Plan?
Vielleicht ist das vermessen, aber: So einen gab’s meiner Erinnerung nach nicht.
Die gefährlichste Unternehmung?
Neben dem Versuch, den kürzesten Weg zur Circumvesuviana in Neapel einzuschlagen und dabei auf der Slum-Straße schlechthin zu landen, die wir mit mehr Glück als Verstand durchschritten, bleibt es für mich das Gefährlichste, meine Gutgläubigkeit noch immer nicht verloren zu haben, wie sich im Oktober herausstellte.
Der beste Sex?
Eigentlich ganz unspektakulär, weil in gewohntem Rahmen, aber überraschend, so mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen …
Die teuerste Anschaffung?
Als Einzelnes das iPad, eigentlich jedoch die Kamera aufgrund des Zubehörs.
Das leckerste Essen?
Gab’s in Sorrent. Jedes Abendessen war ein Gaumenschmaus, besonders genießen konnte ich allerdings die Gerichte mit Rindfleisch. Am ersten Abend Rinderfilets auf Rucola mit Balsamicosauce, dann, nach unserem Tagesausflug nach Capri – auf einer Art Dachterrasse, auf der wir bis zum bitteren Ende mit wundervollem Wein aus Paestum verweilten – Spaghetti Aglio Olio e Peperoncino mit Rinderfiletstreifen. Der Kellner wollte mir das Gericht ausreden, weil er nicht glauben konnte, daß einer jungen Frau wie mir derartiges Fleisch munden könnte.
Das beeindruckenste Buch?
Wunder Punkt. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich wirklich wenig gelesen habe in diesem Jahr. Sehr gefallen hat mir allerdings Michael Maars Essay-Sammlung Die Glühbirne der Etrusker, die ich als Zufallstreffer für nicht einmal vier Euro erworben habe. Uwe Johnsons Insel-Geschichten konnten nicht anders als mich in ihren Bann zu ziehen.
Der ergreifendste Film?
Spontan an einem Sonntagnachmittag gesehen habe ich Hachiko. Und so labil wie ich nun mal bin, wenn es um Tiere geht, habe ich Rotz und Wasser geheult. Die ansonsten gesichteten Filme waren mehr unterhaltend denn ergreifend.
Die beste CD?
xx von The XX habe ich zumindest häufig gehört.
Das schönste Konzert?
Ich bin nur auf einem gewesen, auf dem unter anderem Northern Lite für Stimmung sorgten. War gut und obendrein kostenlos.
Die meiste Zeit verbracht mit..?
Vermutlich mit dem T., obwohl im gemeinsamen Heim natürlich mit dem Flummanizer, mit dem ich generell gern sehr viel mehr Zeit außerhalb der warmen vier Wände verbringen würde. Außerdem viel Zeit verbracht habe ich mit dem Schreiben von Artikeln und mit meinen Backutensilien.
Die schönste Zeit verbracht mit..?
Dem Flummanizer und dem T., mit der Arbeit – sowohl schreibend als auch in geselligen Runden.
Vorherrschendes Gefühl 2010?
Es wird anstrengender aufgrund des Zwanges, mehr Geld verdienen zu müssen für Gebühren und Rechnungen, die hinzukommen werden und des gleichzeitigen Verlangens nach so etwas wie einem Abschluß. Da brodelt er weiter, mein Teufelskreis.
2010 zum ersten Mal getan?
Dank des T.s die nähere und fernere Umgebung erkundet, in der ich seit sechs Jahren lebe – Oranienbaum, Dessau, Wörlitz, Weimar, Bad Lauchstädt, Querfurt. 2011 sollte ich Leipzig und Dresden besuchen.
Zehn Tage lang den Süden Italiens erkundet – der erste Urlaub seit 2006.
Weihnachten hier in Halle gefeiert, nur mit Frau Mama und ihrem Anhang. Recht besinnlich, was auch neu war.
2010 nach langer Zeit wieder getan?
Im See und im Meer gebadet. Traumhaft.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Unfreiwilliger Drogenkonsum im Oktober, die Folgen dessen; viele Streitereien, die der Harmoniebedürftigen zuwider sind.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Alle Jahre wieder im Grunde mich davon, daß ich nicht total talentfrei durchs Leben dümpele und vielleicht eines Tages irgendetwas zustande bringe. In diesem Jahr auch nur zu einem geringen Teil bewältigt.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Bin ein miserabler Schenker. Papa hat statt des großen Katzenkalenders von Whiskas einen selbstkreiierten mit Fotos von den eigenen Vierbeinern bekommen. Nichts Besonderes, soll aber wohl gelungen sein.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich zitiere mich aus dem letzten Jahr: “Akzeptanz, Geduld und Vertrauen. Nicht nur im Privaten, sondern auch im Job”. Plus: Diese wundervolle Italienreise, schöne Abende, schöne Ausflüge.
Dank an die unschlagbare Mama, den unschlagbaren Flummanizer, den einzigartigen T. und das wunderbare Kollegium.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
“Du machst das alles richtig – so wie Du es machst.” Hat mich nicht überzeugt, war dennoch lieb.
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Who am I to say that?
2010 war mit einem Wort?
Umtreibend.