Freunde.

Letzte Woche wollten der T. und ich unser Jubiläum begießen, weil wir genau zwei Monate zuvor erstmals eine Nacht durchgesoffen haben. Gepflegt, versteht sich. Der T. hatte jedenfalls den L. mitgebracht oder treffender: Der L. hatte den T. hingebracht, denn T. konnte längst nicht mehr gehen. Drei Runden Cuba Libre und der 69-jährige L., verheiratet, zwei Kinder, entpuppte sich als Wahrsagerin. Alt würde ich werden, aber bei der schwachen Lebenslinie es zu nichts bringen. Außerdem habe es einen Bruch gegeben und eine Schwester gehe mir lebenslänglich auf die Nerven.
Ach? Da hätte er mich ja zu ganz neuen Erkenntnissen gebracht, gähnte ich. Auch so ein Mensch, der gegen Ironie und Zynismus resistent ist wie Viren gegen Antibiotika. Immerhin schob er dem vor sich hindösenden T. fürsorglich den Strohhalm in den Mund und strahlte weiter, bis Frauchen – seine beste Freundin – anrief. Sie sei schon unharmonisch, er müsse gehen. Was denn mit dem T. sei, ob ich mit ihm klarkäme …
Der hatte noch seinen Stolz, nur leider keinerlei Haltung mehr. Mit einem Stuhl in der Hand landete er auf dem Gehweg, und L. leistete dem Ruf von Frauchen Folge. “Du armes Mädchen, nimm ein Taxi!”, ließ er noch verlauten.
‘Nen Fünfer fürs Taxi, den ich nicht hatte, vs. ein Paar Absatzplättchen für meine Stilettos, das ich ohnehin auf Lager habe … Also schulterte ich den T., seinen Autoschlüssel in meiner Tasche, und hatte ihn ohne weitere Stürze zwanzig Minuten später vor seiner Villa, die ich ihm aufschließen mußte, weil er das Schloß etwa zehn Zentimeter unterhalb seines tatsächlichen Platzes suchte. Sein suizidaler Versuch, sich die Kellertreppe hinabzustürzen, scheiterte an meinem Griff nach seinem Gürtel, und die Treppen zur Wohnung und zum Klo waren dann auch kein Problem mehr.

Am nächsten Tag war dem T. das alles schrecklich peinlich. “Ich hätte Dir auch die Haare gehalten, wenn Du gekotzt hättest”, sagte ich, und überhaupt: Unter Freunden …

* * *

Seit gestern ist er auf Malta, um sein Englisch aufzupolieren. “Komm doch auf ein langes Wochenende her, von Freitag bis Montag! Der Flug dauert nur zweieinhalb Stunden.” Es kostete mich ein Ja und etwa dreißig Schritte zu seiner Reise-Managerin, um mir ein Ticket aushändigen zu lassen.
Wenn jetzt die Waschmaschine noch durchhält, denken wir da mal drüber nach, hm?

| Flummchen | 23. August 2010, 13.56 Uhr | 0 Blubbs | |

Sich zuhause fühlen …

Würde mich heute jemand fragen: Frau Flumm, woran merken Sie, daß der Mann zuhause ist?
Ich müßte wohl antworten: Daran, daß ein schweres Wesen laut rülpsend auf Hacken durch die Wohnung stampft. (Und anschließend behauptet, es sei einer der Vierbeiner gewesen …)

Aber um mal weiß zu malen, könnte man dieses Verhalten auch als Ausdruck eines heimischen Gefühls interpretieren.

| Flummchen | 20. August 2010, 18.54 Uhr | 0 Blubbs | |

Tierisches …

Bei Frau Lu bin ich Schneckenpatin von Nr. 3 geworden. Nr. 3 sitzt gern im Kompost, hat dort neuerdings auch Sex hinterm Rucola und frißt Gurkengammel. Ist ja auch was Feines, hmjam, hmjam!

Überhaupt hab ich es ja mit Tieren allgemein, wie mir scheint. Auf dem iPad male ich mir meinen Bauernhof zurecht. Da gibt es nicht nur Katz und Maus, sondern auch …

Kuh by Flummchen

und …

Esel by Flummchen
[Punkt]

Und von den Fellchen, den verrückten, berichte ich dann auch bald.

| Flummchen | 20. August 2010, 11.46 Uhr | 1 Blubb | |

Katz und Maus …

Warum ich das iPad liebe?

Katz und Maus, by Flummchen

Ein paar Fingerstreiche und fertig ist ein Bild. Keine Papierberge, Stift- und Pinselboxen, Farbbecherchen und/oder ähnliches, und trotzdem geht quasi alles. :-)

| Flummchen | 16. August 2010, 15.48 Uhr | 0 Blubbs | |

14. August 2010, Samstag

Das Leben, sagte Emerson, besteht aus dem, was der Mensch tagsüber denkt. – Wenn dem so ist, dann ist mein Leben nichts als ein großer Darm. Ich denke nicht nur den ganzen Tag ans Essen, sondern ich träume sogar nachts davon.

Henry Miller, Wendekreis des Krebses



Verschiedene Zutaten hat frau ja gern immer irgendwie zuhause, z. B. Mehl, Zucker, Backpulver, etc., vorausgesetzt natürlich, sie macht zumindest gelegentlich Gebrauch davon. Bei mir jedenfalls ist das so. Und da gibt es dann eben auch ruhige Wochenenden mit bescheidener Wetterlage, da kommt frau auf die Idee, aus dem Zeug irgendwas hervorzuzaubern.
Ich hatte dieses Mal sogar Eier im Kühlschrank, und Butter, was üblicherweise nicht der Fall ist. Und weil der Flummanizer gern Kuchen ißt und ich gern verschiedene Zutaten mit einer Prise Hoffnung auf Erfolg zusammenknete, hab ich mich ans Werk gemacht.
Das ist also vor allem ein Post für mich und all diejenigen, die mich immer nach meinen Rezepten fragen, die ich meist jedoch nicht weiterreichen kann, weil ich nie aufschreibe, was ich da so zusammengeknetet habe …

Stachelbeer-Streuselkuchen


In unserer Vorratskiste (ja, da fehlt immer noch ein Küchenschrank) hab ich noch ein großes Glas (680ml?) gezuckerte Stachelbeeren gefunden. Falls jemand weiß, in welchem Supermarkt bzw. von welchem Hersteller man vielleicht auch eine ungezuckerte Variante bekommen kann – für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar.
Jedenfalls habe ich die Stachelbeeren in einem Sieb abtropfen lassen und einen guten Schluck des Saftes (ca. 7 EL?) mit einem Päckchen Puddingpulver (Vanille) verrührt. Auf zusätzlichen Zucker würde ich in der Mischung eher verzichten, sonst wird’s arg süß (wer’s aber sehr süß mag, kann noch 2 EL Zucker hinzufügen). Den Rest des Stachelbeersaftes habe ich mit Wasser auf 400ml aufgefüllt, was vllt. sogar ein Mü zuviel war. Die Mischung wird aufgekocht, dann die Puddingpulver-Mischung eingerührt. Das Ganze dann unter Rühren etwa eine Minute kochen lassen und runter von der Herdplatte. Dann die Stachelbeeren unterheben und den Beerenpudding etwas abkühlen lassen.
Für den Streuselteig habe ich 400g Mehl, 200g Zucker, ein Päckchen Vanillezucker, einen Teelöffel Backpulver, eine Prise Salz, zwei Eigelb und 250g Butter (geht sicherlich auch mit Margarine oder halbundhalb) in einer Rührschüssel vereint und zuerst eine Runde mit den Knethaken gedreht, bevor ich per Hand den Teig fertig gemacht hab.
Etwa zwei Drittel des Streuselteigs werden dann in eine gefettete und gemehlte Springform gedrückt (mein Rand war etwa 3cm hoch). Anschließend kommt der Beerenpudding rein, und obendrauf das restliche Drittel des Streuselteigs.

Den Kuchen habe ich im vorgeheizten Backofen bei ca. 170 Grad 40 Minuten gebacken und dann bei geöffneter Ofentür ca. 25 Minuten abkühlen lassen. Wichtig ist, daß man ihn wirklich genug abkühlen läßt, weil sonst die Beerenpudding-Füllung auszulaufen droht (wie es uns natürlich passieren mußte, weil wir zu gierig waren). Warm mit zerlaufender Füllung schmeckt er allerdings auch sehr lecker – ein bißchen wie Apfelstrudel. Paßt insgesamt jedenfalls gut zu kühleren Tagen.

Bon appétit!

| Flummchen | 16. August 2010, 13.00 Uhr | 0 Blubbs | |

29. Juli 2010 – 04. August 2010

Da sitze ich neuerdings häufig aufgrund oder dank einer Freundschaft nobel in Lokalitäten bei Wein, Cocktails oder ähnlichem und denke mir noch jedes Mal, da ich keinen Cent loswerde: Das könnte ich mir alles niemals leisten, Danke und Prost, auf Dein Wohl und auf Deinen Stand, mon ami! – So ganz selig, ohne wishful thoughts, weil mir auch eine Flasche Wein für vier Euro aus dem Supermarkt den Abend nett machen, und ich auch gerne kochen könnte.
Semester habe ich durch, da verkniff ich mir Mahlzeiten, um durch den Monat zu kommen. Dann kam Arbeit, die bessere Wohnung, noch mehr Arbeit, eine noch bessere Wohnung, und dann braucht man wenigstens seine zwei Gehälter im Monat, um eben wohnen und essen zu können. Da kommen zwei Drittel des Monatlichen direkt vorm Urlaub nicht an. Und nun? Bleibt zu hoffen, daß es Ende dieses Monats nachgezahlt wird. Der Flummanizer hält sich herzlich wie immer und zahlt klanglos unsere Einkäufe. So bleibt mir zumindest der Stolz, meinen Mietanteil noch selbst zu leisten.

Samstag, als sich der Flummanizer auf dem vermutlich letzten aller Campingplätze in oder bei Leipzig anläßlich eines Geburtstags hinreichend von innen desinfizierte, ging’s mit RTS nach Oranienbaum, Wörlitz und Dessau.

Auf einer Kettenbrücke im Wörlitzer Park ...

Da sorgt einer nicht nur für sorgenfreie Unterhaltungen in Bars Nächte hindurch, da zeigt mir einer in kürzester Zeit außerdem auch die hiesige und die benachbarte Kulturlandschaft. So lerne ich in sechs Wochen kennen, was ich sechs Jahre lang nicht zu Gesicht bekommen habe, obendrein perfekt geführt von einem, dessen Profession genau das ist. Und nochmal – herzlichen Dank, mon ami!

Ein leidliches Mitbringsel dieses Ausflugs war allerdings der Biss einer Bremse am linken Oberschenkel, der mir für die folgenden Tage jegliche sportliche Ertüchtigung versagte. Allergisch wie ich bin schwoll das Ding zu einem glühenden, bestialisch brennenden und juckenden Mars in der Größe etwa des Himalayas an, der erst gestern wieder weich wurde und nun erneut Blut durchs gesamte Bein fließen läßt.

Der Sonntag wurde ruhig verbracht, nachdem RTS und ich uns bis zur Morgensonne ebenfalls von innen desinfizierten. Ein Tag mit viel Essen und Telefonaten. Für heute einen Termin mit einer der zwei neuen Kolleginnen ausgemacht, um ihr beizubringen, wie sie das Typo3 zu bedienen hat, während ich Ende September die Gegend zwischen Vesuv und Amalfi-Küste unsicher mache.
Frau Mama: “Wenn die neue Kollegin das dann aber auch kann, wirst Du ja gewissermaßen entbehrlich, oder?”
Daran hatte ich bis zum Telefonat keinen Gedanken verschwendet, jetzt schrillt diese Idee im stündlichen Turnus durch meinen Hinterkopf, obwohl ich genau weiß, daß ich ja mehr bin als nur die Technische Redaktion. Werde ich mich heute substituierbar machen? Sind wir das nicht ohnehin alle irgendwie? Ich klammere mich an die Tatsache, daß mein Chef mir bei jeder Vertragsverlängerung mehr Stunden anbietet …

Zu guter Letzt: Montag einen kleinen Sparplan aufgelöst, nach monatelangem Umkreisen der Beute im Apple Store bestellt und dabei einfach völlig ausgeblendet, daß ich im Grunde kein Geld habe. Fürs Gewissen einen neuen Sparplan beordert, der ab September monatlich mit dem doppelten Betrag gefüttert wird. So kann ich mir immer noch ein bißchen einbilden, daß ich ja eigentlich doch ganz vernünftig bin.

| Flummchen | 4. August 2010, 11.20 Uhr | 0 Blubbs | |

Mein Leben in guten vier Minuten …

| Flummchen | 21. Juli 2010, 13.58 Uhr | 2 Blubbs | |

Angekommen …

Auf dem MacBook rumtrampeln, Ernie das Futter klauen, Handtücher zerrupfen und anschließend:

Wegen sowas sitzt man dann fünf Stunden nach dem Aufstehen noch immer unsaniert in der Küche. Tststs.

| Flummchen | 13. Juli 2010, 12.56 Uhr | 0 Blubbs | |

11. Juli 2010, Sonntag

Auf Umwegen ist seit heute Mittag nun auch Zsazsu im Haus, oder genauer: im Badezimmer. Gerade so konnte ich sie am Herrenfell Ernie vorbeimanövrieren in das vorbereitete Miezen-Bad, wo wir heute einen Weibertag verbringen. Wir wollen es ja langsam angehen.
Mama bin ich bereits, meine Finger sind zu Placebo-Zitzen geworden, und kaum streiche ich dieser blauäugigen Knirpsin über den Rücken, kommt ein Bollwerk von Schnurren in Gang, sowas hat die Menschheit noch gar nicht gehört.

Die Baby-Milch kommt blendend an, der Futtertrog wurde auch gleich mal zum mütterlichen Erstaunen in zwei Zügen geleert, der eigene Schwanz ist neben dem Schatten das perfekte Spielzeug. Und müde ist es im Bad für zehn Sebelzahntiger. Jetzt müssen wir nur noch verstehen, daß man in dem Körnerzeug nicht schläft und es stattdessen bei Bedarf umgräbt.

Der große schwarze Kerl war bereits mehr als beeindruckend, so wie er aus dem vibrierenden Knurren gar nicht mehr rauskam während der Wohnungsbeschnüffelung. Da ziehen wir für den restlichen Nachmittag doch die sanitäre chambre séparée vor und lassen ihn seine Stimmbänder und Nerven schonen – denn sogar Mami wird da zum Feind, dem man mit Fauchen in Gegenwart der Neuen gleich mal Bisse androhen kann.

Momentan sind alle zufrieden, Ernie schmust, frißt und döst gegen Hitze an, Zsazsu schlummert. Tbc.

Lecker!
Mhjamm!

Soooo müüüüde ...

| Flummchen | 11. Juli 2010, 17.35 Uhr | 0 Blubbs | |

8. Juli 2010, Donnerstag, Tag der Vorfreude

Widerstehen. Wem’s gelingt, bitte.
Ich verzichte in diesen Tagen herzlich gern darauf und sorge stattdessen für Familienzuwachs der vierbeinigen Art mit blinder Verliebtheit und Zuversicht darauf, daß auch das Stammfellchen, Ernie, früher oder später sein Einverständnis bekunden wird. Denn Mami ist tatsächlich immer häufiger unterwegs, weshalb dem Katerle die neue Wohnung an dem einen oder anderen Tag inzwischen doch mal zu groß, weil zu leer vorkommt.
Da kann mir Herr Papa an den Kopf werfen, was ihm beliebt, von “Ernie ist schon zu alt, um teilen zu müssen” bis “Ich denk, Du hast eh’ kein Geld” – die Entscheidung steht fest: Hier wird es herzlich zugehen beim vierbeinigen Doppelpack, dafür werde ich sorgen. Und das bißchen Futter und Streu mehr investiere ich gern dafür, das Bett mit zwei Wollknäulen und einem brummenden Flummanizer zu teilen.

Und mag auch gerade die Ungebundenheit vielen ein Zeichen von so etwas wie Freiheit sein – für mich existiert sie auch darin, sich zu einer Verantwortung zu entschließen, nämlich freiwillig. Der Input steht in keinem Verhältnis zu dem, was sich gewinnen läßt: Noch mehr lieben dürfen.

Und zwar ab Sonntag neben dem schönsten Kater der Welt auch noch “Zsazsu”:

Zsazsu (?)

Zsazsu (?)

Bis dahin gilt es, die Wohnung in eine Art Ordnungszustand zu versetzen, einen Großteil der Löcher zu stopfen, auf daß mir nicht Ernie zur Wünschelrute wird. Für sachdienliche Hinweise zur Verbrüderung zweier unterschiedlich alter Plüschlinge danke ich vorab.

| Flummchen | 8. Juli 2010, 10.30 Uhr | 0 Blubbs | |