Herzdruck

Innerlich hochgeschreckt heute Nacht. Die heute Mittag anstehende Beerdigung ist die ganze Woche über beinahe zu einem umständlichen Termin in meinem Kopf gediehen. Von Sonntag auf Montag habe ich keineswegs an den Tod gedacht, sondern gefeiert. Den ganzen Montag über gefeiert, man wird ja nicht jeden Tag – und auch nicht jedes Jahr wieder – twenty something. Besuch bis Dienstagabend gehabt, Mittwoch noch einmal gebacken, um die Kollegen im zweiten Job auch zu bedenken, gearbeitet und den Abend Abend sein gelassen. Donnerstag den Haushalt bestritten in Vorbereitung auf die vermutlich beste der drei Feiern am Samstag. Dabei immer wieder gedacht, daß diese Beerdigung wirklich ungünstig liegt, so um 13 Uhr am Freitag in der Heimat, 170 km entfernt, vor der voraussichtlich schönsten Feier am Samstag.

Heute würde ich nicht viel vorbereiten können, nur ein wenig zwischen vielleicht 17 Uhr, wenn ich hier, in der neuen Heimat, wieder aus dem Auto steige, und 0 oder 1 Uhr nachts. Ein weiteres Mal einkaufen, schönen Wein und andere Getränke, Cupcakes backen, Crème brûlée und Panna Cotta für die Dessert-Liebhaber machen und im Kühlschrank übernachten lassen.

Hochgeschreckt bin ich wegen der Bilder im Kopf. Von meiner 68-jährigen Tante, dem binnen kürzester Zeit in sich zusammengeschrumpften Menschlein, das ich erst auf den zweiten Blick identifizieren konnte. Von ihren dünnen Ärmchen und davon, wie sie sich mit dem letzten Bißchen Kraft abmühte, in eine sitzende Position zu gelangen, um sich eine Minute daran noch erfreuen zu können, daß ich da war. Von den vielen Schläuchen, die alle zu ihr führten und doch nichts retten konnten. Kein Morphium der Welt hält den Tod auf oder macht ihn leichter. Sterben ist so schwer, sagte sie.

All das fehlte in meinem Bewußtsein der vergangenen drei Wochen seit ihrem Tod. Aus dem Sinn vertrieben habe ich die Mitteilung mit nackter, nüchterner Arbeit an jenem 27. Januar, und nicht wieder hereingelassen habe ich sie bis heute Nacht – als mir bewußt wurde, daß ich mich heute würde verabschieden müssen nach dem Erhalt von Geburtstagsgeschenken – so ungefragt zwischen den Angelegenheiten des Lebens, die organisiert und absolviert werden wollen.

Und da draußen, da schneit es.

| Flummchen | 18. Februar 2011, 08.25 Uhr | 0 Blubbs | |

Lieblings-Gezwitscher im Januar 2011

Es erheitert mich immer ungemein, wenn ich die Lieblings-Tweets eines Monats z. B. bei Christian Fischer oder Anke Gröner zu lesen bekomme. Warum also nicht selber sammeln …?















| Flummchen | 6. Februar 2011, 13.17 Uhr | 0 Blubbs | |

Gestolpert.

Fraglich, was die Zeichensetzung hier untermalt: Wonach sie suchen oder wonach sie nicht suchen?
Und wie war das gleich … Sprachgefühl?

| Flummchen | 4. Februar 2011, 22.26 Uhr | 0 Blubbs | |

Gestern schon eingetroffen, sehr pünktlich. Bei Wohnungsaufwertungsmöglichkeiten setzt bei mir einiges aus, so daß ich nicht anders kann als sofort aufbauen, herrichten, bestaunen und wohlfühlen. Bin begeistert von diesem Buffetschrank, der sich als sehr geräumig und dank der Details auch als Ordnungshüter erweist. Danke, Butlers! Ich bin schwer verliebt und noch mehr zuhause in meiner Wohnung.

Habe mir fest vorgenommen, häufiger die Persönlichkeiten zu fotografieren, die ins Herz gehen. Wenn man jemanden sieht, der im Sterben liegt, so von reiselustig auf siechend in drei Wochen, obendrein noch jung genug für weitere zehn Lebensjahre, melden sich da Gedanken an. Wieviel Zeit haben wir? Und wieviel Zeit haben wir miteinander? Leben nutzen, die Geliebten sehen.
Hier also ein Anfang …

Innerlich noch immer stumm vor Schrecken, Mitgefühl, Trauer. Tage mit vielen, aber unwirklichen Worten.

| Flummchen | 1. Februar 2011, 01.51 Uhr | 0 Blubbs | |

Mal nicht auf der Flucht …

… vor dem Schurken Schnurki. Kann man dieser Schnuffelschnute widerstehen?

| Flummchen | 13. Januar 2011, 22.35 Uhr | 0 Blubbs | |

Bette Davis Eyes?

Eines schönen Morgens im vergangenen Dezember setze ich mich an meinen Arbeitsplatz vorm Fenster …

Ich (freu mich wie’n Honigkuchenpferd): “Oooooh, Tiger, guck mal! Da oben im Nachbarhaus hat auch jemand eine weiße Katze, die jetzt schön im Fenster liegt! Leider erkenn ich sie nicht richtig …”
Flummanizer (blinzelt, hat die Brille noch nicht auf): “Oh ja, warte, ich hol mal meine Brille …”
Ich: “Mist, ich hab keine Ahnung, wo meine Brille ist …”
Flummanizer (kommt zurück mit Brille, guckt): “Äh, Flummi, das ist keine Katze.” (Reicht mir seine Brille:) “Guck mal selbst.”
Ich (kann seine Brille nur für ein Auge halbwegs treffend verwenden): “Och! Tatsächlich, keine Katze. Was ist das? Ein Kissen?!”

Ja, es war ein Kissen.
Das kann man jetzt auf zweierlei Weise bewerten: 1.) Hätte ich von Anfang an eine Brille auf der Nase gehabt, wäre ich gar nicht erst auf den Trichter gekommen, daß es sich dabei um eine Katze handeln könnte. 2.) Hätte keiner von uns mit Brille einen Blick hinüber geworfen, hätte ich mich weiterfreuen können aufgrund meines Sehfehlers.

Es war gegen Ende meines ersten Semesters, als mein damaliger friend with benefits (fwb) als mein Beifahrer während einer nächtlichen Fahrt in meine Heimat feststellte, was ich längst bemerkt, aber weitestgehend erfolgreich verdrängt hatte. Wir waren bei ruhigem Verkehrsfluß ganz entspannt auf der rechten Spur unterwegs …

fwb: “Sag mal, willst Du nicht langsam mal die Spur wechseln?”
Ich: “Wieso? Ich hab’s doch nicht eilig?”
fwb: “Uhm, naja, ich denke nicht, daß Dein – wenn auch sportlicher – Schlitten unter dem LKW durchpaßt …”
Ich: “LKW? Wo?”
fwb (starrt entgeistert abwechselnd den LKW und mich an): “Oh Gott!?! Du siehst den LKW nicht?! So etwa 30m vor Dir?!!!”
Ich (glotze hoch konzentriert durch die Windschutzscheibe und sehe zwei kleine rote Lichtchen): “Ah, ja, jetzt, wo Du’s sagst …”

Mit meiner Argumentation, daß es ja durchaus auch sein Gutes habe, daß ich den LKW nicht schon auf 100m Entfernung gesehen und möglicherweise fluchtartig viel zu früh die Spur gewechselt habe, weil eben solche Zu-früh-die-Spur-Wechsler überaus nervig sein können, konnte ich den fwb nicht überzeugen, weshalb er es sich nicht nehmen ließ, mich einige Tage später zu “Brille …mann” zu zerren.

Nach den vermutlich üblichen Sehtests diagnostizierte der Optiker seines Vertrauens: “Absolut uneingeschränkte Sehfähigkeit auf beiden Augen, nur ein recht ordentliches Akkomodationsproblem.” Zu Deutsch das, was ich ohnehin schon wußte, weil es in beziehungsweise nach Klausuren oder ähnlichen Situationen mit besonderer Heftigkeit zum Ausdruck kam, wenn ich lange Zeit aufs Papier gestarrt hatte und dann Menschen oder Dinge, die drei, vier Meter entfernt waren, gar nicht mehr erkennen konnte: Meine Augen können nicht in der notwendigen Geschwindigkeit von Nah auf Fern umschalten.

Daß ich ein Sehproblem nun nicht mehr leugnen konnte, sollte der fwb wenigstens etwas bereuen … Etwa eineinhalb Stunden nutzte ich intensiv dafür, den Optiker bezüglich der sogenannten Nulltarif-Versicherung und allen damit möglicherweise verbundenen juristischen Sauereien auszuquetschen, bis dieser sich an den fwb wandte und meinte: “Ihre Freundin will’s aber ganz genau wissen!”

Eine Woche später hatte ich dann dieses Binokular, das mir mächtig auf die Nase ging. Nach wenigen Wochen, in denen zu meiner ohnehin gegebenen Abneigung die Feststellung hinzutrat, daß die Brille mir nur in geringem Maße dazu verhalf, als intellektuell, in hohem Maße aber dazu, als most fuckable secretary betrachtet zu werden, beschloß ich, sie ausschließlich dann zu tragen, wenn es wirklich notwendig war (etwa beim Autofahren).

Nun bin ich lange nicht mehr Auto gefahren, meine Brille war lange Zeit verschollen. Am Abend vor Silvester, als wir während des Essens einen Film auf meinem MBP, das auf dem etwa zweieinhalb Meter entfernten Schreibtisch stand, schauen wollten, griff ich einsichtig zum Nasenfahrrad und stellte fest: Mir wird schwindlig, das rechte Glas paßt nicht mehr.

Nun ist dies vermutlich einer der langweiligsten Posts, die in diesem Jahr bislang im großen www erschienen sind, aber falls es jemanden betreffen sollte, hier meine Lehre aus dieser Reflexion:
Trag Deine Brille! Und wenn nicht, dann tu wenigstens das, worüber ich seit geraumer Zeit nachdenke, was ich aus finanziellen Gründen jedoch immer wieder verworfen habe: Besorg Dir Kontaktlinsen!
Denn letztlich schrumpft die ganze Angelegenheit auf die Frage zusammen: Was habe ich – abgesehen von möglichen Vorteilen im Zirkus der Paarungswilligen – von schönen Bette Davis Eyes in meinem Gesicht, wenn ich damit nicht klar sehen kann?

| Flummchen | 12. Januar 2011, 12.37 Uhr | 0 Blubbs | |

Wochen- und Freizeitende

Der ganz normale Wahnsinn in diesem Haushalt besteht mitunter darin, daß Schnurki (auch bekannt als Zsazsu, Sussel, Schnurkelot, etc.) dem Flummanizer den Chefsessel klaut, während Ernie keine Gelegenheit ausläßt, meinen mit Kuscheldecke ausgestatteten Arbeitsstuhl zu belagern. In diesem oben sichtbaren Fall schlug die Verärgerung des Flummanizers unmittelbar in Herzflattern, Vaterliebe und -stolz um, weshalb er wie ein wild gewordener Paparazzi mit der Kamera um den Chefsessel tänzelte (hinreichend viele sich sehr ähnelnde Aufnahmen auf der Speicherkarte).

Zurückzublicken bleibt auf ein recht seichtes Wochenende. Den Samstagnachmittag habe ich mit einem Spaziergang im Sonnenuntergang bestritten und dabei den schwindenden Winter betrauert – das Tauende erwies sich als überaus fußgängerunfreundlich.
Atmosphäre hatte das Ganze dennoch.

(Das zweite Bild berührt mich auf ganz merkwürdige Weise. Die Bänke/Liegen waren beschmiert, bevor sie irgendwer testen konnte, die Fabrikbaracke auf der gegenüberliegenden Seite der Saale ist von verschiedenen Standorten aus sichtbar und hat sich mir eingebrannt als eines der Merkmale dieser Stadt … Mit dem klampfenden Studenten davor, gedankenverloren in den Sonnenuntergang summend, ging mir so durch den Kopf: Trotz alledem ist es eigentlich wirklich schön, hier und heute.)

Darüber, daß der Flummanizer mich jeweils gestern und heute Abend bei Monopoly geschröpft hat, wurde ich immerhin mit Raclette getröstet (drei mal in zwei Wochen – bin nun von meiner kurzzeitigen Sucht geheilt bis Silvester, liebster Flummanizer). Notiz an uns: Mehr Brettspiele besorgen. Der gemeinschaftliche Nutzen wird unterschätzt!

Jetzt muß es mir nur noch gelingen, den Schalter im Kopf von Urlaubs- auf Arbeits-Modus umzulegen.

| Flummchen | 10. Januar 2011, 00.13 Uhr | 0 Blubbs | |

Pimp My Picture!

Ja, ich träume schon lange und immer mehr von traumhaften Fotos, stöbere stundenlang durch die Flickr-Welt und staune, was die Menschheit so einzufangen vermag mit den verschiedensten guten und weniger guten Kameras, pulvere die beiseite geschaufelten Euros frohen Mutes in viel zu teures Zubehör und komme mit der Zeit auf den Trichter, daß viele Leute einfach gute Software verwenden to pimp their pictures.
Mit viel Eifer und brauchbarer Software habe ich nun die vergangenen drei freien Tage damit zugebracht, mich mit Techniken vertraut und aus Scheiße Gold ziemlich langweiligen Fotos tolle Bilder zu machen und dabei festzustellen, daß das, was vorab nach Arbeit stinkt, wirklich Spaß macht. DRI/HDR ist so eine Sache, da weiß man vorher nicht, was letztlich aus dem Bild wird. Spannung, Spiel und Überraschung …

Beispiele:


Ich war noch nicht lange im Besitz der Kamera, als dieses Foto entstanden ist, weil ich meinte, diese Szenerie hätte was. Nach dem Knips war ich natürlich enttäuscht, weil auch meine tolle EOS kein Wunder vollbracht hatte.
Jetzt hab ich allerdings heraus, wie ich das, was ich im Kopf sehe, aus dem Foto herausfriemeln kann und sitze mit leuchtenden Augen vor diesem Bild:

Ähnlich erging es mir mit dieser Momentaufnahme zweier Türme der hallischen Marktkirche bei einem Spaziergang mit Frau Mama und unseren Männern. Die Perspektive hat mir gefallen, und überhaupt starre ich oft genug in den Himmel – als hätte ich von ihm Antworten zu erwarten …

Eine Antwort kam jedoch nicht mit auf die Speicherkarte. Aber wir tun einfach so, denn immerhin war die Grundlage geliefert für:

Unzählige Fotos habe ich da noch auf Lager, die Potential haben, was schönes Surreales oder auch real Gestochenes – wie die gestern zurecht bearbeitete Ansicht des Bassins unseres lokalen Stadtparks – abzubilden – ein neues Hobby ist geboren. Reichlich erstaunlich, wenn man bedenkt, daß ich die Bearbeitung von Fotos bisher strikt vermieden habe, weil mich die Programme, mit denen ich nie wirklich zurande kam, heftig abschrecken konnten. Nachdem ich mich nun aber ein wenig hineingefuchst und dabei erkannt habe, was alles möglich ist, kommt eine regelrechte Lawine ins Rollen. Obendrein komme ich in den Genuß, verschiedene Druckservices auszutesten – eine Ladung Fotopostkarten ist unterwegs. Dazu aber ein anderes Mal mehr …

| Flummchen | 3. Januar 2011, 14.32 Uhr | 1 Blubb | |

Damit der geneigte Leser weiß, welches Bild mir so am Herzen liegt, daß ich einen Ausschnitt davon strecken und ihn als Banner verwursten mußte, hier – auch der Vollständigkeit halber und als kleine Kostprobe für das, was ich dieser Tage ganz nebenbei auch mitten in der Nacht so treibe – das ganze Bild:

Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Frühaufsteher und Spätschlafengeher! Und natürlich auch ein gesundes neues Jahr!

| Flummchen | 3. Januar 2011, 04.34 Uhr | 2 Blubbs | |

2010 revisited

Schon wieder ist es soweit: Der Jahresrückblick steht an. (Kann ich glauben, daß ich das schon ein viertes Mal mache? – 2007, 2008 und 2009.)

Zugenommen oder abgenommen?
Ich befürchte, erstmalig wirklich zugenommen, was meinem Kleiderwahn nicht entgegenkommt. An dieser Stelle also direkt schon ein Vorsatz fürs kommende Jahr, auch wenn es ebenso zur Tradition gehört, welche zu machen wie sie nicht einzuhalten.

Haare länger oder kürzer?
Anfangs kurz wie im vergangenen Jahr, dann ist ein Friseurbesuch allerdings aus dem Fokus geraten seit September. Könnte sein, daß ich im kommenden Rückblick mit “länger” antworten werde.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Wie eh und je: Die Augen betreffend wieder kurzsichtiger – Vorsatz: Endlich zum Augenarzt gehen und Kontaktlinsen besorgen! Ansonsten macht sich hier eine viel zu viele Gedanken in Bezug auf das Morgen beziehungsweise eher noch das Übermorgen. Can’t help it. Das ist diese lästige Lebensplanungsangelegenheit.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Damit ging es bereits Anfang des Jahres gut los. Nach dem Geburtstag endlich eine anständige Kamera, die Canon EOS 450D, gekauft. Dazu das EF 75-300 III F4 -5,6 USM-Objektiv, so im Eifer des Gefechts, für das ich, wie sich herausstellte, so oft noch keine Verwendung fand, außer zum Beispiel im Sommer im Wörlitzer Park …

Schwan frißt Ähren ab im Wörlitzer Park

… und im Spätsommer in Italien:
Capri

Hinzu kam im August der Erwerb eines iPads, an dem ich einfach nicht vorbeikam (keine Sekunde bereut, by the way) und jetzt – einen Tag nach Weihnachten – der Kauf des Canon Speedlite 430EX II, denn das Blitzgerät fehlte mir zu oft in diesem Jahr.

Mehr bewegt oder weniger?
Die Absichten waren gut, daher bin ich tatsächlich im Sommer drei Monate lang zwei, drei Mal pro Woche ins Fitneßstudio gepilgert. Die Urlaubsunterbrechung im September, die Trägheit und viel Arbeit haben mich allerdings direkt wieder ausgebremst, seufz. Achtung, Vorsatz …

Der hirnrissigste Plan?
Vielleicht ist das vermessen, aber: So einen gab’s meiner Erinnerung nach nicht.

Die gefährlichste Unternehmung?
Neben dem Versuch, den kürzesten Weg zur Circumvesuviana in Neapel einzuschlagen und dabei auf der Slum-Straße schlechthin zu landen, die wir mit mehr Glück als Verstand durchschritten, bleibt es für mich das Gefährlichste, meine Gutgläubigkeit noch immer nicht verloren zu haben, wie sich im Oktober herausstellte.

Der beste Sex?
Eigentlich ganz unspektakulär, weil in gewohntem Rahmen, aber überraschend, so mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen …

Die teuerste Anschaffung?
Als Einzelnes das iPad, eigentlich jedoch die Kamera aufgrund des Zubehörs.

Das leckerste Essen?
Gab’s in Sorrent. Jedes Abendessen war ein Gaumenschmaus, besonders genießen konnte ich allerdings die Gerichte mit Rindfleisch. Am ersten Abend Rinderfilets auf Rucola mit Balsamicosauce, dann, nach unserem Tagesausflug nach Capri – auf einer Art Dachterrasse, auf der wir bis zum bitteren Ende mit wundervollem Wein aus Paestum verweilten – Spaghetti Aglio Olio e Peperoncino mit Rinderfiletstreifen. Der Kellner wollte mir das Gericht ausreden, weil er nicht glauben konnte, daß einer jungen Frau wie mir derartiges Fleisch munden könnte.

Das beeindruckenste Buch?
Wunder Punkt. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich wirklich wenig gelesen habe in diesem Jahr. Sehr gefallen hat mir allerdings Michael Maars Essay-Sammlung Die Glühbirne der Etrusker, die ich als Zufallstreffer für nicht einmal vier Euro erworben habe. Uwe Johnsons Insel-Geschichten konnten nicht anders als mich in ihren Bann zu ziehen.

Der ergreifendste Film?
Spontan an einem Sonntagnachmittag gesehen habe ich Hachiko. Und so labil wie ich nun mal bin, wenn es um Tiere geht, habe ich Rotz und Wasser geheult. Die ansonsten gesichteten Filme waren mehr unterhaltend denn ergreifend.

Die beste CD?
xx von The XX habe ich zumindest häufig gehört.

Das schönste Konzert?
Ich bin nur auf einem gewesen, auf dem unter anderem Northern Lite für Stimmung sorgten. War gut und obendrein kostenlos.

Die meiste Zeit verbracht mit..?
Vermutlich mit dem T., obwohl im gemeinsamen Heim natürlich mit dem Flummanizer, mit dem ich generell gern sehr viel mehr Zeit außerhalb der warmen vier Wände verbringen würde. Außerdem viel Zeit verbracht habe ich mit dem Schreiben von Artikeln und mit meinen Backutensilien.

Die schönste Zeit verbracht mit..?
Dem Flummanizer und dem T., mit der Arbeit – sowohl schreibend als auch in geselligen Runden.

Vorherrschendes Gefühl 2010?
Es wird anstrengender aufgrund des Zwanges, mehr Geld verdienen zu müssen für Gebühren und Rechnungen, die hinzukommen werden und des gleichzeitigen Verlangens nach so etwas wie einem Abschluß. Da brodelt er weiter, mein Teufelskreis.

2010 zum ersten Mal getan?
Dank des T.s die nähere und fernere Umgebung erkundet, in der ich seit sechs Jahren lebe – Oranienbaum, Dessau, Wörlitz, Weimar, Bad Lauchstädt, Querfurt. 2011 sollte ich Leipzig und Dresden besuchen.
Zehn Tage lang den Süden Italiens erkundet – der erste Urlaub seit 2006.
Weihnachten hier in Halle gefeiert, nur mit Frau Mama und ihrem Anhang. Recht besinnlich, was auch neu war.

2010 nach langer Zeit wieder getan?
Im See und im Meer gebadet. Traumhaft.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Unfreiwilliger Drogenkonsum im Oktober, die Folgen dessen; viele Streitereien, die der Harmoniebedürftigen zuwider sind.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Alle Jahre wieder im Grunde mich davon, daß ich nicht total talentfrei durchs Leben dümpele und vielleicht eines Tages irgendetwas zustande bringe. In diesem Jahr auch nur zu einem geringen Teil bewältigt.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Bin ein miserabler Schenker. Papa hat statt des großen Katzenkalenders von Whiskas einen selbstkreiierten mit Fotos von den eigenen Vierbeinern bekommen. Nichts Besonderes, soll aber wohl gelungen sein.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich zitiere mich aus dem letzten Jahr: “Akzeptanz, Geduld und Vertrauen. Nicht nur im Privaten, sondern auch im Job”. Plus: Diese wundervolle Italienreise, schöne Abende, schöne Ausflüge.
Dank an die unschlagbare Mama, den unschlagbaren Flummanizer, den einzigartigen T. und das wunderbare Kollegium.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
“Du machst das alles richtig – so wie Du es machst.” Hat mich nicht überzeugt, war dennoch lieb.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Who am I to say that?

2010 war mit einem Wort?
Umtreibend.

| Flummchen | 29. Dezember 2010, 12.03 Uhr | 0 Blubbs | |